Dieser Telegraf (Semaphor) diente dem Geheimen Postrat Pistor als Modell und durch die Weiterentwicklung unter seiner Leitung kam ein Telegraf zu Stande, der als ein Werk der höchsten Vollendung angesehen werden kann und mit ihm die höchste Entwicklungsstufe der Flügeltelegrafie erreicht wurde.
NEU!
1831/32 gab es drei Bedrohungen des jungen, weitläufigen Preußischen Staates:
1. Frankreich an der Westgrenze
2. Revolutionäre Tendenzen
3. Vormarsch der Cholera aus Polen nach Preußen
Begründung meiner These, dass die Verbreitung der Cholera Preußen mehr Kopfschmerzen bereitet haben mag als die anderen Gründe:
1.) Das Ausmaß und die Dauer der Cholera-Epidemie waren nicht kalkulierbar.
2.) Wer wollte in dieser Zeit Depeschen, die durch Cholera-Gebiet transportiert wurden, annehmen o. öffnen
3.) Selbst der König wollte sein Haus nichtverlassen, aus Angst vor der Cholera
4.) Schlimmstenfalls drohte eine völlige Isolierung der Landesteile
5.) Am 23. Aug. 1831 verstarb v. Gneisenau in den Armen des Major O’Etzel, dem späteren Telegrafen-Direktor
6.) Ebenfalls verstarben nach ihm v. Krauseneck und mehrere Offiziere vom Großen Generalstab an der Cholera
!-NEU-! Der große Hegel, bei Familie O'Etzel ein gerne gesehener Gast und zum Zirkel-Treffen der Intelligenzen im Hause Hitzig gehörend, starb im Oktober 1831 ebenfalls an der Cholera
7.) Der Tod v. Gneisenaus an der Cholera wurde mit der Presse-Zensur von der Regierung verschleiert und es wurde nur bekannt gegeben, er sei an Lungenentzündung verstorben
8.) Nur 54 Tage nach dem Tode v. Gneisenaus erging, trotz langjährigem Widerstand des Militärs, die Ordre zur Anlegung der Linie mit der Bildung einer Immediat-Kommission zur Schaffung der Voraussetzungen zum Bau der Telegrafenlinie
9.) Genau 1 Jahr später ging im Oktober 1832 das 1.Teilstück von Berlin bis auf das linke Ufer der Elbe, also außerhalb des Cholera-Gebietes, zu einem Turm über dem Mittelschiff der Johanniskirche in Magdeburg und noch ein Jahr später am 1. Okt.1833 bis vor Koblenz, Thal-Ehrenbreitstein und nahm mit 60 Stationen ihren Dienst auf.
O’Etzel gilt als Wegbereiter der elektrischen Militär-Telegrafie. Er hatte 1834 schon seinen ersten Zeigertelegrafen dem Generalstab vorgestellt. Man wollte, wenn die Schienengleise der Eisenbahnen durchgehend verbunden sein würden, diese als Telegrafenleitung zu nutzen. Doch das misslang und erst 1845, durch die Anwendung der Guttapercha von Werner Siemens kam die E-Telegrafie zum Einsatz. O’Etzel übergab seinen Telegrafen an Siemens, der ihn danach weiter entwickelte. Siemens schrieb in seinem Buch 1851 selbst, dass es noch keinen brauchbaren Isolierstoff für die Leitungsdrähte gab und versprach, fieberhaft daran zu arbeiten. Erst gegen 1858 war es dann so weit.
Quelle: Schweizer Militär-Archiv
Seit 1835 wurden die Signalmasten der Optischen Telegrafen mit einer Etage, also zwei Indikatoren und 15 + Ruhestellung möglichen Zeichen, bei den Eisenbahnen als Signalanlagen verwendet. Man findet sie noch heute an den Bahnstrecken.
Ein Foto aus der Zeit um 1900 zeigt eine dieser Anlagen, die auf dem Bahnhof von Salzgitter-Thiede stand.
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Fortsetzung folgt!
Ihr/Euer Wilfried Hahn Interessengemeinschaft Optische Telegrafie Nr. 23 Lewe 1833-1849