Kenntniß und Gebrauch des Apparates.

Der von Pistor verbesserte Telegraph besteht aus einem etwa 20 Fuß (6,30 m) langen Mastbaum aus Fichten- oder Tannenholz, der senkrecht über die Plattform des Stationsturmes hinausragt. Er wurde mit 6 einzeln drehbaren Indikatoren (Flügeln) bestückt, die paarweise in 3 Ebenen angebracht waren. 


Damit der Telegraphist im Stations-/Dienstzimmer nichts durcheinanderbringen kann, sind um die Stellscheiben hinter den Ausrückehebeln an den Rasten auf dem Steuerbrett Ziffern und über den Stellscheiben die Buchstaben der Ebenen angebracht. 


So ist auf der Ansicht von Berlin nach Koblenz das Zifferblatt in jeder Etage von rechts oben 1 abwärts nach links oben 6 an dem am Mast befestigten Steuerbrett angeschrieben. Von Koblenz nach Berlin auf den Mast gesehen sind ebenso in jeder Etage, beginnend links oben mit der Ziffer 1 im Kreise abwärts nach rechts oben zur Ziffer 6 angebracht; ebenso sind die Steuerbretter mit den Ebenen A unten, B Mitte und C oben beschriftet. (s. Abb. unterhalb) 


Da die Stellscheiben und die Seilscheiben an den Indikatoren Anschläge gegen 0 und 135° besitzen, lassen sie sich bedingt durch diese Konstruktion nur nach rechts, also linksherum, von 0 über 3, 2 oder auf 1 und auf der Koblenzer Seite nur nach rechts von 0 auf 4, 5 oder 6 stellen. Da die Seile in den Scheiben mit Nieten gegen ein Durchrutschen gesichert liegen, laufen Ausrückehebel und Indikator synchron, das bedeutet: Gleiche Stellung des Ausrückehebels und des Flügels.

Korrekte Beschriftung Ebene C


Dadurch ist gewährleistet, dass die Kombinationen der Code grundsätzlich richtig angezeigt werden, ganz gleich auf welcher Seite man stellt oder abliest. Nehmen alle Indikatoren parallel zum Mast die Stellung 0 senkrecht nach unten ein, um in Ruhezeiten der Belastung der Zugseile und der Luftströmung zu entgehen, wird dies als „In Ruhe gestellt.“ bezeichnet und ist kein Zeichen. 


Die Sonderstellung der 0 (Null)

Die 0 ist in der Regel nur eine Ziffer. Sie findet in der Ebene A keine Anwendung. 


Die 0 als Ziffer wird nur ab der Ebene B (Zehner) und in der Ebene C (Einer) zur Bildung von zwei- und drei-stelligen Ziffern eingesetzt und auch mit diktiert.


Achtung! – nicht bei kombinierten Zeichen, wenn nur in einer oder zwei Ebenen ausgestellt ist, z. B. B 4.1. Das Signal heißt nicht A 0, B 4.1, C 0, sondern schlicht B 4.1.


Ein Überdrehen von 0 und 1 / 6 verhindern die Anschläge, die in der nächsten Grafik dargestellt sind, was sonst zum Abreißen der Nieten führen würde. Deshalb sind in jeder Ebene und auf jedem Steuerbrett nur 4 Flügelpositionen möglich.

Anschlag verhindert Seilabriss



Nun soll z. B. ein Code C 5.2 eingestellt werden. Wie geht man vor? Das haben die Techniker genial gelöst. Es ist gleich auf welcher Seite man am Mast steht und in Ebene B die Ziffer 5 oder 2 einstellen will. Auf jeden Fall bleibt nämlich nur eine Möglichkeit den Indikator in der Ebene B für die 5 zu nehmen, nämlich den auf der Koblenz zugewandten Seite. Die 2 kann er nur auf der gegenüber liegen-den Seite einstellen. Da die Zifferblätter auf beiden Steuerbrettern angebracht sind, kann durch den Überstand der Steuerungshebel die Einstellung sowohl von der einen als von der anderen Seite richtig abgelesen werden. (s. Abb. oben)

Hier hat sich etwas getan!

Ein „Alphabet“ ist historisch nicht belegt. 

Es wird bislang oft spiegelverkehrt gezeigt und veröffentlicht.


Dank freundlicher Unterstützung des Betreibers von

http://kryptografie.de/kryptografie/chiffre/preussischer-optischer-telegraph.htm

ist nun auch nach Wikipedia die Chiffrierung mit der korrekten Schreibweise (Ansicht der Flügelstellungen) ins Netz gestellt.

Auf der Seite Kryptografie.de, kann der Telegraphist, oder der Besucher, einzelne Buchstaben, aber auch ganze Worte eingeben, die dann als einzelne Grafiken der Buchstaben aus dem Wörterbuch der Classe 5.2, wahlweise aber auch aus Koblenz gesehen, also spiegelbildlich, angezeigt werden,

Viel Spaß beim Besuch der Seite und beim Kodieren!

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In Zukunft

Eigentlich sollte es eine Darstellung von Chiffren nur noch mit drei Elementen geben, so wie es eine Übungs-Depesche von der Station 23 Lewe aus dem „Instructionsbuch“ zu Übungszwecken genutzt wurde und hier in der unteren Bild-Galerie dargestellt ist.  


Die Darstellung umfasst: 

1. Die Bedeutung des Code, 

2. das aus Worten oder Zahlen in Ziffern codierte Zeichen und 

3. die grafische Darstellung des Zeichens. 


Dagegen enthält eine weitere Darstellung der Übungs-Depesche nur 2 Elemente und sollte in dieser Form bitte nicht mehr verwendet werden..


Die Bildersammlung unterhalb zeigt auch einen Ausschnitt aus dem


Wörterbuch der Classe 5.2.




Er enthält die Angabe einer Verschlüsselung; denn diese 3 Punkte: Ortsname – Chiffre – und diese in Verbindung mit dem bildlichen Zeichen sollten bei der Darstellung vorhanden sein, damit man die Zeichen nachvollziehen kann.


Etwa 2.200 Vokale, Konsonanten, Silben, Orts-, Fluß-, Personen-Namen, Maschinenteile und ganze Sätze gibt das „Wörterbuch der Classe 5.2“ als Vokabular her und mit ihm sind immerhin mehr als die Hälfte aller Möglichkeiten auch genutzt worden.


16 X 16 X 16 – 1 (3 X 0 ist kein Zeichen, sondern in Ruhe gestellt!)  = 4.095.

Die 0 ist keine Zahl. Sie wird nur dort verwendet, wo sie gebraucht wird: Zum Auffüllen von Code oder Chiffren. Der Auszug aus dem Wörterbuch zeigt uns worum es geht.

1 - 9 allein in der Ebene A oder B oder C gab es nicht, 4.095 – 27 = 4.068

verschiedene Chiffren wären demnach praktisch anwendbar gewesen.


 

Ziffrierungen – Codierungen



 

Das Bild mit den beiden „Inspectoren vor der Kirche in Dahlem“, Station 2, zeigt einen Code A 4.3, B 4.1, C 4.1 und der bedeutet Krauseneck.


 

 

Eine simulierte Übertragung aus Koblenz:  Der Film läßt sich durch Klick mit der linken Maustaste anhalten und durch nochmaliges Drücken weiter abspielen.  .